- Was bedeutet „Flatrate“ im Hosting oder bei E-Mail überhaupt?
- Technische Gründe
- „Unbegrenzt“ ist betriebswirtschaftlich nicht sauber
- Flatrates klingen gut – aber oft sind sie ein Etikettenschwindel
- Umwelt: Daten sind nicht schwerelos
- „Aber andere bieten das doch an – warum ihr nicht?“
- Was sind typische Gründe für „plötzlich viel Verbrauch“?
- Was empfehlen wir stattdessen?
Stellen Sie sich vor, es gäbe für 5 € im Monat „All-you-can-eat“ beim Metzger – jeden Tag, unbegrenzt.
Irgendwer zahlt immer: Qualität, Gesundheit, Tierwohl, Umwelt … oder am Ende Sie selbst, nur nicht direkt an der Kasse.
Bei Hosting-Flatrates ist es ähnlich: „Unbegrenzt“ klingt bequem – aber technisch ist es ein Märchen, wirtschaftlich eine Wette, und ökologisch oft ein Blindflug. Wir setzen deshalb auf klare, faire Grenzen statt auf Marketing-Sprüche.
Wir bieten keine Flatrates an, weil wir Leistung planbar, fair und nachhaltig bereitstellen wollen – ohne versteckte Grenzen, ohne Quersubventionierung und ohne „irgendwer zahlt schon“-Mentalität.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie gut aufgestellt sind: Wir schauen uns Ihren Bedarf an und empfehlen eine Größe mit Luft nach oben. Und wenn’s sinnvoll wächst: wachsen wir mit – sauber, transparent, ohne Theater.
Was bedeutet „Flatrate“ im Hosting oder bei E-Mail überhaupt? #
„Unbegrenzt“ ist im Internet fast nie wirklich unbegrenzt. Gemeint ist meist:
- „unbegrenzt“ bis zu einem nicht genannten Fair-Use-Limit
- „unbegrenzt“ solange Sie nicht auffallen
- „unbegrenzt“, aber gedrosselt (CPU, RAM, I/O, gleichzeitige Verbindungen)
- „unbegrenzt“, aber nur auf dem Papier – in den AGB steht das Kleingedruckte
- „unbegrenzt“, aber nur wenn Ihre Daten als Trainingsdaten für K.I. (AI) und für Marketingzwecke verwendet werden dürfen
Wir finden: Wenn etwas Grenzen hat (und das hat es immer), dann sollten diese transparent sein.
Technische Gründe #
Webhosting und Mailserver bedeutet nicht nur „Festplatte in der Cloud“. Es ist ein ganzes Orchester aus:
- Speicherplatz (SSD/NVMe)
- I/O-Leistung (wie schnell Daten gelesen/geschrieben werden können)
- CPU und RAM (für PHP, Datenbank, Spamfilter, Verschlüsselung, etc.)
- Netzwerk-Bandbreite & Traffic (Übertragungskapazität und Datentransfer)
- Backups, Snapshots, Replikation (Sicherheit kostet Platz und Leistung)
- E-Mail-Infrastruktur (Antispam/Antivirus, Queue, Zustellung, Logging)
Eine Flatrate belohnt nicht „normale Nutzung“, sondern unkontrollierte Nutzung. Ein paar wenige extrem große Postfächer, Backups am falschen Ort, Video-Downloads über die eigene Website oder massenhaft unoptimierte Bilder können die gleichen Systeme belasten, die alle anderen Kunden ebenfalls nutzen.
Unser Anspruch: stabile Performance und verlässliche Zustellung – auch dann, wenn einzelne Kunden „aus Versehen“ ausufern würden. Das gelingt nur mit Kapazitätsplanung und klaren Grenzen.
„Unbegrenzt“ ist betriebswirtschaftlich nicht sauber #
Hinter jedem Gigabyte steckt mehr als ein Cent-Preis für SSD:
- Hardware (Enterprise-SSD/NVMe, RAID, Ersatzteile)
- Rechenzentrumsbetrieb (Strom, Kühlung, Platz)
- Netz-Anbindung (Bandbreite, Transit, Peering)
- Backup-Speicher (und zwar sinnvoll getrennt)
- Administration, Monitoring, Sicherheitsupdates, Incident-Handling
- E-Mail-Sicherheit (Spam/Phishing-Abwehr ist Dauerbetrieb)
Wenn wir „unbegrenzt“ anbieten würden, müssten wir entweder:
- für alle teurer werden, damit Heavy-User mitfinanziert werden, oder
- über AGB-Limits / Drosselung arbeiten, oder
- an anderer Stelle querfinanzieren (typisch: Datenverwertung, Werbung, Upselling, Lock-in)
Wir entscheiden uns für ehrliche Kalkulation: Sie zahlen für das, was Sie wirklich brauchen – und nicht für die „Wette“, dass andere mehr verbrauchen als Sie.
Flatrates klingen gut – aber oft sind sie ein Etikettenschwindel #
„Unbegrenzter Traffic“ ist ein klassischer Werbesatz. In der Praxis ist es häufig:
- ein Shared-System, auf dem strikte interne Limits gelten (CPU/RAM/I/O)
- „Traffic unbegrenzt“, aber DDoS-Schutz / Rate-Limits / Ports sind limitiert
- „unlimited mailbox“, aber max. Dateigröße, IMAP-Limits, Performance-Limits greifen
- bei Überschreitung kommt: „Bitte upgraden“ oder „wir müssen Ihr Konto prüfen“
Wir bevorzugen ein anderes Versprechen:
planbar, stabil, nachvollziehbar – ohne Überraschungen.
Umwelt: Daten sind nicht schwerelos #
Jede gespeicherte Datei ist „Materie mit Dauerauftrag“:
- Speicherung braucht Strom (24/7, inklusive Redundanz)
- Abruf braucht Rechenleistung und Netztransport
- Backups und Replikation vervielfachen den Footprint
- Wachstum bedeutet: mehr Hardware, mehr Rohstoffe, mehr Energie
Auch bei „grünem Strom“ bleibt Ressourcenverbrauch real: Herstellung, Transport, Kühlung, Hardware-Zyklen.
Flatrates fördern oft die Haltung: „Kann ja alles liegen bleiben.“
Wir wollen das Gegenteil unterstützen: bewusste, digitale Haushaltsführung.
„Aber andere bieten das doch an – warum ihr nicht?“ #
Andere Anbieter können Flatrates anbieten, weil sie mindestens einen dieser Wege gehen:
- starke Überbuchung („wird schon nicht jeder nutzen“)
- aggressive Drosselung bei auffälliger Nutzung
- extrem günstige Infrastruktur (Qualität/Support/Sicherheit irgendwo reduziert)
- Quersubventionierung (z. B. über Werbung, Datenanalyse, Datenverwertung, Lock-in, Upsells)
Wir arbeiten anders:
Wir kaufen Kapazitäten mit Puffer, betreiben Systeme sauber, und rechnen so, dass es langfristig trägt – ohne Tricks.
Wichtig ist: Wachstum soll bewusst passieren, nicht aus Versehen.
Was sind typische Gründe für „plötzlich viel Verbrauch“? #
Hier die Klassiker, die wir regelmäßig sehen:
Website/Webspace #
- Unoptimierte Bilder (z. B. 8 MB pro Foto, keine WebP/AVIF, keine Skalierung)
- Alte Medien-Archive, nie aufgeräumt
- Backups im Webspace (mehrfach, zusätzlich zu Provider-Backups)
- Logfiles / Cache-Ordner, die ausufern
- Videos über die eigene Website ausgeliefert statt über Streaming-Plattformen/CDN
Traffic/Bandbreite #
- Download-Bereiche ohne Limit oder Hotlink-Schutz
- Bots, Scraper, aggressive Crawler
- Fehlendes Caching / schlecht konfigurierte Plugins
- Medien (Bilder/PDFs) ohne Kompression und ohne Browser-Caching
E-Mail-Postfach #
- Jahre alte Newsletter-Fluten mit Anhängen
- Große Anhänge „als Archiv“ im Postfach
- IMAP-Ordner als Backup-Ersatz
- Spam/Malware-Wellen, wenn Filter/Policies fehlen
Was empfehlen wir stattdessen? #
Ein paar einfache, wirksame Leitplanken:
Für Websites #
- Bilder skalieren und komprimieren, moderne Formate nutzen (WebP/AVIF)
- Alte Mediatheken ausmisten, Dubletten entfernen
- Video lieber über YouTube/Vimeo hosten und einbetten (oder professionelles Streaming/CDN)
- Backups: nicht im Webspace horten, sondern gezielt und extern aufbewahren
- Caching sauber einrichten (Server-Caching / WordPress-Caching / Browser-Caching)
Für E-Mail #
- Anhänge, die „Archiv“ sind, lokal oder im Dokumenten-System ablegen
- Postfächer regelmäßig aufräumen (vor allem „Gesendet“ und große Anhänge)
- Verteiler/Newsletter nicht als Mail-Archiv missbrauchen
- Für Teams ggf. klare Regeln: Aufbewahrung, Archivierung, Zuständigkeiten
