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Warum keine Flatrate?

3 min read

Stellen Sie sich vor, es gäbe für 5 € im Monat „All-you-can-eat“ beim Metzger – jeden Tag, unbegrenzt.
Irgendwer zahlt immer: Qualität, Gesundheit, Tierwohl, Umwelt … oder am Ende Sie selbst, nur nicht direkt an der Kasse.

Bei Hosting-Flatrates ist es ähnlich: „Unbegrenzt“ klingt bequem – aber technisch ist es ein Märchen, wirtschaftlich eine Wette, und ökologisch oft ein Blindflug. Wir setzen deshalb auf klare, faire Grenzen statt auf Marketing-Sprüche.

Wir bieten keine Flatrates an, weil wir Leistung planbar, fair und nachhaltig bereitstellen wollen – ohne versteckte Grenzen, ohne Quersubventionierung und ohne „irgendwer zahlt schon“-Mentalität.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie gut aufgestellt sind: Wir schauen uns Ihren Bedarf an und empfehlen eine Größe mit Luft nach oben. Und wenn’s sinnvoll wächst: wachsen wir mit – sauber, transparent, ohne Theater.

Was bedeutet „Flatrate“ im Hosting oder bei E-Mail überhaupt? #

„Unbegrenzt“ ist im Internet fast nie wirklich unbegrenzt. Gemeint ist meist:

  • „unbegrenzt“ bis zu einem nicht genannten Fair-Use-Limit
  • „unbegrenzt“ solange Sie nicht auffallen
  • „unbegrenzt“, aber gedrosselt (CPU, RAM, I/O, gleichzeitige Verbindungen)
  • „unbegrenzt“, aber nur auf dem Papier – in den AGB steht das Kleingedruckte
  • „unbegrenzt“, aber nur wenn Ihre Daten als Trainingsdaten für K.I. (AI) und für Marketingzwecke verwendet werden dürfen

Wir finden: Wenn etwas Grenzen hat (und das hat es immer), dann sollten diese transparent sein.

Technische Gründe #

Webhosting und Mailserver bedeutet nicht nur „Festplatte in der Cloud“. Es ist ein ganzes Orchester aus:

  • Speicherplatz (SSD/NVMe)
  • I/O-Leistung (wie schnell Daten gelesen/geschrieben werden können)
  • CPU und RAM (für PHP, Datenbank, Spamfilter, Verschlüsselung, etc.)
  • Netzwerk-Bandbreite & Traffic (Übertragungskapazität und Datentransfer)
  • Backups, Snapshots, Replikation (Sicherheit kostet Platz und Leistung)
  • E-Mail-Infrastruktur (Antispam/Antivirus, Queue, Zustellung, Logging)

Eine Flatrate belohnt nicht „normale Nutzung“, sondern unkontrollierte Nutzung. Ein paar wenige extrem große Postfächer, Backups am falschen Ort, Video-Downloads über die eigene Website oder massenhaft unoptimierte Bilder können die gleichen Systeme belasten, die alle anderen Kunden ebenfalls nutzen.

Unser Anspruch: stabile Performance und verlässliche Zustellung – auch dann, wenn einzelne Kunden „aus Versehen“ ausufern würden. Das gelingt nur mit Kapazitätsplanung und klaren Grenzen.

„Unbegrenzt“ ist betriebswirtschaftlich nicht sauber #

Hinter jedem Gigabyte steckt mehr als ein Cent-Preis für SSD:

  • Hardware (Enterprise-SSD/NVMe, RAID, Ersatzteile)
  • Rechenzentrumsbetrieb (Strom, Kühlung, Platz)
  • Netz-Anbindung (Bandbreite, Transit, Peering)
  • Backup-Speicher (und zwar sinnvoll getrennt)
  • Administration, Monitoring, Sicherheitsupdates, Incident-Handling
  • E-Mail-Sicherheit (Spam/Phishing-Abwehr ist Dauerbetrieb)

Wenn wir „unbegrenzt“ anbieten würden, müssten wir entweder:

  1. für alle teurer werden, damit Heavy-User mitfinanziert werden, oder
  2. über AGB-Limits / Drosselung arbeiten, oder
  3. an anderer Stelle querfinanzieren (typisch: Datenverwertung, Werbung, Upselling, Lock-in)

Wir entscheiden uns für ehrliche Kalkulation: Sie zahlen für das, was Sie wirklich brauchen – und nicht für die „Wette“, dass andere mehr verbrauchen als Sie.

Flatrates klingen gut – aber oft sind sie ein Etikettenschwindel #

„Unbegrenzter Traffic“ ist ein klassischer Werbesatz. In der Praxis ist es häufig:

  • ein Shared-System, auf dem strikte interne Limits gelten (CPU/RAM/I/O)
  • „Traffic unbegrenzt“, aber DDoS-Schutz / Rate-Limits / Ports sind limitiert
  • „unlimited mailbox“, aber max. Dateigröße, IMAP-Limits, Performance-Limits greifen
  • bei Überschreitung kommt: „Bitte upgraden“ oder „wir müssen Ihr Konto prüfen“

Wir bevorzugen ein anderes Versprechen:
planbar, stabil, nachvollziehbar – ohne Überraschungen.

Umwelt: Daten sind nicht schwerelos #

Jede gespeicherte Datei ist „Materie mit Dauerauftrag“:

  • Speicherung braucht Strom (24/7, inklusive Redundanz)
  • Abruf braucht Rechenleistung und Netztransport
  • Backups und Replikation vervielfachen den Footprint
  • Wachstum bedeutet: mehr Hardware, mehr Rohstoffe, mehr Energie

Auch bei „grünem Strom“ bleibt Ressourcenverbrauch real: Herstellung, Transport, Kühlung, Hardware-Zyklen.
Flatrates fördern oft die Haltung: „Kann ja alles liegen bleiben.“
Wir wollen das Gegenteil unterstützen: bewusste, digitale Haushaltsführung.

„Aber andere bieten das doch an – warum ihr nicht?“ #

Andere Anbieter können Flatrates anbieten, weil sie mindestens einen dieser Wege gehen:

  • starke Überbuchung („wird schon nicht jeder nutzen“)
  • aggressive Drosselung bei auffälliger Nutzung
  • extrem günstige Infrastruktur (Qualität/Support/Sicherheit irgendwo reduziert)
  • Quersubventionierung (z. B. über Werbung, Datenanalyse, Datenverwertung, Lock-in, Upsells)

Wir arbeiten anders:
Wir kaufen Kapazitäten mit Puffer, betreiben Systeme sauber, und rechnen so, dass es langfristig trägt – ohne Tricks.

Wichtig ist: Wachstum soll bewusst passieren, nicht aus Versehen.

Was sind typische Gründe für „plötzlich viel Verbrauch“? #

Hier die Klassiker, die wir regelmäßig sehen:

Website/Webspace #

  • Unoptimierte Bilder (z. B. 8 MB pro Foto, keine WebP/AVIF, keine Skalierung)
  • Alte Medien-Archive, nie aufgeräumt
  • Backups im Webspace (mehrfach, zusätzlich zu Provider-Backups)
  • Logfiles / Cache-Ordner, die ausufern
  • Videos über die eigene Website ausgeliefert statt über Streaming-Plattformen/CDN

Traffic/Bandbreite #

  • Download-Bereiche ohne Limit oder Hotlink-Schutz
  • Bots, Scraper, aggressive Crawler
  • Fehlendes Caching / schlecht konfigurierte Plugins
  • Medien (Bilder/PDFs) ohne Kompression und ohne Browser-Caching

E-Mail-Postfach #

  • Jahre alte Newsletter-Fluten mit Anhängen
  • Große Anhänge „als Archiv“ im Postfach
  • IMAP-Ordner als Backup-Ersatz
  • Spam/Malware-Wellen, wenn Filter/Policies fehlen

Was empfehlen wir stattdessen? #

Ein paar einfache, wirksame Leitplanken:

Für Websites #

  • Bilder skalieren und komprimieren, moderne Formate nutzen (WebP/AVIF)
  • Alte Mediatheken ausmisten, Dubletten entfernen
  • Video lieber über YouTube/Vimeo hosten und einbetten (oder professionelles Streaming/CDN)
  • Backups: nicht im Webspace horten, sondern gezielt und extern aufbewahren
  • Caching sauber einrichten (Server-Caching / WordPress-Caching / Browser-Caching)

Für E-Mail #

  • Anhänge, die „Archiv“ sind, lokal oder im Dokumenten-System ablegen
  • Postfächer regelmäßig aufräumen (vor allem „Gesendet“ und große Anhänge)
  • Verteiler/Newsletter nicht als Mail-Archiv missbrauchen
  • Für Teams ggf. klare Regeln: Aufbewahrung, Archivierung, Zuständigkeiten